Videos aus der Zigarettenschachtel

Bei Pearl, dem Markt für alles Mögliche und Unmögliche, gibt es eine Mediabox von auvisio. Kostet rund 30 Euro und kommt unglaublich billig daher. Dazu ist sie noch sehr zickig: nur wenige SD-Cards werden akzeptiert und größere Festplatten schon gar nicht. Das Teilchen hat also einen USB-Anschluss und einen SD-Card-Steckplatz. Und natürlich ein Cinchkabel (Stereo) als Verbindung zum Fernseher. Strom gibt es vom mitgelieferten Netzteil. Man kann MP3 hören, Bilder und Videos anschauen. Mit Divx oder Xvid codierte Videos werden erkannt und klaglos abgespielt, mit H.264 codierte (MP4*) nicht. Die kleine Fernbedienung kann alles, was eine große kann. Sehr schneller Vor- und Rücklauf, der gerade bei Videos vom Online-Recorder save.tv hilfreich ist, fehlt nicht.

* save.tv bietet jetzt Videoformate alternativ an, Xvid und H.264. Da ich weiterhin Normalfernseher bin, bleibe ich bei Xvid. Die schon mal runtergeladenen H.264-Videos habe ich für die Mediabox mit Pinnacle Studio in Xvid konvertiert.

Veröffentlicht am 16. August 2010 um 08:52 von Dietmar Liste · Permalink · Kommentieren
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Rosarotes Kreta

Da fliegen zwei Münchner Abenteurer nach Kreta, um Schi zu fahren – und berichten noch darüber. Der Moderator eines Kreta-Forums entdeckt den Fotobericht und stellt einen Link ins Forum.

Schifahren in Kreta – aktueller Bericht

Beim Überfliegen des Berichts dachte ich zunächst, was für Spinner. Einige Fotos machten mich, ehemaliger Schifahrer und Kretareisender, doch neugierig und ich fing nochmal von vorn an.

Der Text ist launig. Die Schneebilder sind – wie so oft – zu dunkel. Aber es wird spannend. Denn die Jungs müssen auf die Berge kraxeln, kommen in Nebel, brechen ab, brechen wieder auf. Das sind echte Profis, wedeln über den vom afrikanischen Sand gefärbten Firnschnee, man hat seine wahre Freude. Wer sowas macht und kann, verdient Bewunderung, egal, wo er es macht. Ich denke, die beiden kennen alle Pisten der Welt, und Kreta hat ihnen noch in der Sammlung gefehlt.

Natürlich entdecken die beiden auch Kreta ohne Ski. Und sie sehen alles ohne rosarote Brille. Sie wohnen in Löchern, bemerken Armut auf dem Lande und protzige Pickups gleich daneben. Der türkische Kaffee sagt ihnen nicht zu usw. usw. Kann man alles unterschreiben.

Nun war ich gespannt auf die Reaktionen im Forum, dort wo alle eine rosarote Brille tragen. Die Bohemine vom Dienst war die erste, die sich über *Klischees* beschwerte. *Brauchen wir hier sowas* klang bei einer Jungforistin schon nach Zensur. Nur einer ironisierte die ersten Reaktionen. Wahrscheinlich haben die Angesprochenen das noch als Bestätigung verstanden.

Aber Johannes lies selbst: Reaktionen im Kreta-Forum

Veröffentlicht am 9. August 2010 um 18:54 von Dietmar Liste · Permalink · 9 Kommentare
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Das Warten auf den Magenten

MO 20.7.2010

Keine Internetverbindung. Anruf bei Telekom. Sie haben doch gekündigt. Ja hab ich, aber vor sechs Wochen habe ich einen neuen Vertrag gemacht. Davon ist hier nichts zu sehen, ich frag mal nach, nein absolut nichts, ich wundere mich, dass wir noch miteinander telefonieren können. Also nochmal, ich will call comfort. Ok, das dauert aber einige Tage, mindestens drei, maximal sechs.

Jetzt geht es erstmal mit dem vorhandenen Stick von O2 ins Netz. Mailrundschreiben an Kunden.

MI 21.7.2010

Das Telefon geht nicht mehr. Die Verbindung ins Netz mit O2 ist Ok, wenn auch langsam, die Mails können abgeholt und die wichtigsten Arbeiten erledigt werden. Dafür gibt es 5 Tagesflats, die gratis mit dem Stick kamen. Ansonsten kostet die Minute 9 Cent, ideal, wenn man nur die Mails abholen will.

DO 22.7.2010

Das Telefon geht wieder, das Internet nicht. Anruf bei Telekom. Ja am 3.8.2010 ist wieder ein Port frei, früher geht es auf keinen Fall. Die Technik sagt dasselbe, der Störungsdienst auch. Und immer diese Automatenfragerei: dreht es sich um die dieselbe Angelegenheit, was wollen Sie, sind Sie einverstanden, haben Sie Geduld. Jeder Kundenberater erzählt dasselbe, keiner hat eine Idee, Kompetenz ist wohl im System nicht vorgesehen.

FR 23.7.2010

O2 kappt die Verbindung nach wenigen Minuten trotz Tagesflat, dann 10-20 Verbindungsversuche, Fehler 826. Es ist nicht auszuhalten. Immer wird volle Leitung angezeigt und trotzdem funktioniert es nur häppchenweise. Also zu Aldi und das Starterset plus 15€-Aufladung kaufen, der Stick wurde ja schon für Griechenland angeschafft. Aber zunächst muss ein Fax an den Aldipartner E-Plus mit den Personendaten. Fax ist nicht, SimmpleFax auch nicht, weil jetzt mit O2 gar nichts mehr geht.

Auftragsbestätigung ist eingetrudelt, aber nur für Telefon. Wieder Anruf beim Kundendienst. Ja, für den Internetanschluss bekommen Sie eine extra Auftragsbestätigung. Kann man da wirklich nichts machen. Ich kann Ihnen einen Telekom-Stick mit einer 3-Monate-Flat anbieten. Kostet normalerweise 40€, die schreibe ich Ihnen aber gut, weil Sie solange auf den Internetanschluss warten müssen. Danach kostet der Tag dann 5€.

Es ist nicht zu fassen. Warum hat mir das noch keine/r angeboten. Weiß nicht, wir geben uns ja alle Mühe, besser zu werden.

SA 24.7.2010

Die Mails kommen nach 10 Verbindungsversuchen mit O2. Also warten auf die Freischaltung von E-Plus und auf den Stick von Telekom, der am 27.7.2010 kommen soll.

Auf dem Weg zum Jazzkonzert in der Lohmühle lande ich in der Fetten Ecke, um über WLAN große Bilder runterzuladen und für das laufende Projekt wieder hochzuladen.

In einem der vielen Zettel im Aldi-Starter-Set Hinweis gefunden, man kann auch telefonisch registrieren. Stimme vom Band begrüßt und bittet, Zahlen in die Telefontastatur einzugeben. Sim- und Telefonnumer: Richtig? #! Alter: Richtig? #! Sprechen Sie Namen, Vornamen und Anschrift deutlich: Richtig? Ja! Telefonnummer, die aktuelle? Ja! Danke für die Registrierung, in ein bis zwei Tagen erfolgt die Freischaltung.

Wann wird der letzte Callcenter-Mitarbeiter ans Arbeitsamt vermittelt?

MO 26.7.2010

O2 funktioniert mit der vorletzten Gutschein-Tagesflat schon seit Stunden mit HSDPA und UMTS. Jetzt, wo es eigentlich nicht mehr gebraucht wird.

DI 27.7.2010

Der Telekom-Stick ist nicht gekommen, wäre ja auch zu schön gewesen. Dafür den Aldi-Stick mit dem E-Plus-Account gestartet. Die 24h-Flat für 2,50€ ist natürlich günstig, weil an zwei Tagen zu nutzen. Die O2-Tagesflat endet immer um 24h.

DO 29.7.2010

Der für Dienstag zugesagte Stick kam am Mittwoch. Da der Postbote niemanden antraf, hab ich ihn heute bei der Post abgeholt. Funktionieren wird er in 48 Stunden … wenn mein Unterschrift beim Magenten eingetrudelt und die Netzwerkverbindung hergestellt ist. Solange weiter mit Aldi.

30.7.2010

Nun gehts auch mit dem Stick des Magenten, sogar einfacher und schneller als mit den anderen. Und kostenlos.

4.8.2010

Der für den 3.8.2010 zugesagte DSL-Zugang klappt immer noch nicht, weil – so die Kundenberatung unter 0800-3301000 – noch ein Problem zu lösen sei und ein entsprechender Auftrag an die Technik rausgegangen ist. Schimpfen und lästern unterbleibt besser, da sowas in die *Akte* kommt.

5.8.2010

Immer noch kein DSL. Man kann nur noch staunen.

In den Unterlagen zum web’n'walk-Stick des Magenten steht, dass man nicht vergessen soll, ihn nach drei Monaten aus dem Router zu entfernen, da der Tag dann 5€ kostet. Da mein Router keinen USB-Anschluss hat, habe ich mich beim Kundendienst nach einem geeigneten Router erkundigt. Das empfohlene Modell (Speedport w504v) habe ich nun gemietet (2,45/Monat). Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, dass im dritten Bauauftrag steht: DSL-Anschluss am 21. Oktober 2010. Da bleibt einem nicht nur die Spucke weg.

8.8.2010

Mit HSPA und UMTS kann man leben, auch das Downloaden von http://save.tv geht schnell genug, so dass man von Festnetz-Freiheit träumt … wenns nicht so teuer wär.

10.8.2010

Der Router mit USB ist eingetroffen. Nun gibt es wieder Internetzugang für alle Computer ohne Umstecken des Netzsticks.

12.8.2010

Die komplette Rechnung ist eingetrudelt, also Telefonie + DSL; dabei steht das Datum 19.8.2010. Ist das der Tag des DSL-Neustarts? Inzwischen ist die Post der Telekom zum Vorgang auf sage und schreibe 50 Blatt angewachsen.

16.8.2010

DSL funktioniert wieder. *An was man sich alles gewöhnen kann*.

23.8.2010

DSL funktioniert seit dem 19.8.2010 nicht mehr …

25.8.2010

Ich habe nun den neuen Router (Speedport W 504V) in Betrieb genommen und den Netstick eingesteckt. Die Installation mit den benötigten Daten (auf der Rückseite des Routers) war kein Problem. Tatsächlich bietet der Router über das Konfigurationsmenü (via https://speedport.ip) die beiden Zugangsoptionen an: DSL und Mobile.

1.9.2010

Ein Nachbar, dem ich vor vier Wochen empfohlen habe, einen DSL-Zugang bei Telekom zu bestellen, hat diesen bereits bekommen. Ich durfte das einrichten, könnte den Zugang auch nutzen … meiner ist immer noch nicht *geschaltet*.

2.9.2010

Verärgert habe ich wieder mal den Kundendienst angerufen, der mich unfreundlich murmelnd mit einem Techniker verband, weil er nicht die Möglichkeit hatte, die Leitung zu prüfen. Nicht ohne Grund behielt ich den Router im Auge, dessen DSL-Led nicht leuchtete. Bei meiner ersten Frage blinkte das DSL-Led plötzlich und leuchtete dann kontinuierlich. Der Techniker gab zu, gerade einen Reset gemacht zu haben. *Eigentlich steht die Leitung seit dem 18.8., sie hatte sich nur aufgehängt*.

Ich habe keine Lust mehr, das zu kommentieren. In zwei Jahren werde ich kein Festnetz und kein DSL mehr haben. Dann wird es sicher einen besseren Kombitarif für mobiles Telefonieren plus mobiles Internet geben.

[Ende]

Veröffentlicht am 22. Juli 2010 um 17:47 von Dietmar Liste · Permalink · 2 Kommentare
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500 GB für eeePC 1005HA – eine Nötigung

Wenn 160 GB nicht reichen oder die Festplatte stottert, muss eine abenteuerliche Austauschaktion gestartet werden, bei der man die Garantie verliert. Da offensichtlich jedes eeePC-Modell anders gestrickt ist, muss man bei der Suche nach einer Anleitung aufpassen. Auch das ist keine Erfolgsgarantie, denn entweder werden in Anleitungen Details vergessen oder es gibt unterschiedliche Ausführungen eines Modells. Ich habe mich getraut und schreibe deshalb eine neue Anleitung.

Datensicherung
Wohl dem, der eine Datensicherung und ein bootbares Startmedium (SD/USB) hat.

Neue Festplatte SATA II
Wenn schon, denn schon. Eine WD Scorpio Blue 500 GB sollte es sein. Unter Windows 7 habe ich die Platte (in einem externen Gehäuse) initialisiert, partitioniert und formatiert. Die Partition für Windows 7 erhielt die Größe der Backup-Partition. Auf die zweite Partition habe ich alle erreichbaren Dokumente, Fotos, die Programmsammlung etc. und das letzte Backup kopiert.

Plattenwechsel
Die Festplatte liegt unter der Tastatur und dem Gehäuseoberteil, ist also nicht bequem über einen Deckel auf der Unterseite zu erreichen. Weiß der Geier, was sich Asus bei dieser perversen Konstruktion gedacht hat. Abgesehen von der Schrauberei, die notwendige Beseitigung eines Garantiesiegels ist Nötigung.

Schritt 1
Zunächst muss der Accu entfernt werden, im Accufach findet man vier Federn, die die Tastatur halten. Die Federn sollte man ganz leicht aufbiegen, so dass sie über der Tastatur nicht mehr zu sehen sind.

Schritt 2
Nun muss die auf einem dünnen Blech montierte Tastatur ganz vorsichtig aus ihrem Bett geholt werden. Wenn man es mit einem Schraubenzieher fertigbringt, sie über die Längsseite leicht zu wölben, hat man gewonnen – auch wenn noch zwei kleine doppelseitigen Klebebänder zu lösen sind. Das Leiterband der Tastatur lässt sich leicht ausklinken, die Tastatur also vorsichtig anheben.

Schritt 3
Nun müssen für das Abheben der oberen Schale zunächst alle Schrauben auf dem Blech über dem Motherboard gelöst werden. Eine Schraube liegt unter dem gelben Garantiesiegel, das unweigerlich zerstört wird.
Dann müssen auf der Rückseite fünf Schrauben (in den Ecken vier) entfernt werden. Die fünfte findet man im Fach des Arbeitsspeichers (von dieser Schraube war in keiner mir bekannten Anleitung die Rede).

Schritt 4
Ober- und Unterschale werden jetzt noch mit vielen kleinen Plastiknippeln zusammengehalten. Mit Geduld und Vorsicht kommt man ans Ziel. Auch jetzt muss ein Leiterband ausgeklinkt werden.

Schritt 5
Über der Festplatte liegt ein Leiterband, das rechts und links ausgeklinkt werden muss. Nach dem Lösen einer Schraube kann man endlich die Festplatte mit ihrem Blechgehäuse rausnehmen.

Schritt 6 bis ….
Der Zusammenbau dürfte nicht schwerfallen, wenn keine der Verbindungen ernsthaft beschädigt wurde. Bei mir wäre es beinahe schief gegangen, weil ich eine Schraube auf der Rückseite nicht richtig gelöst hatte und deshalb ein bisschen mehr Gewalt als nötig angewendet hatte.

Empfehlen kann man diese Prozedur niemandem. Ich habe es als Sport betrachtet und dabei eine Wette gewonnen, die mir immerhin die neue Festplatte gebracht hat.

Die Wiederherstellung der Startpartition mit der Not-SD und dem Backup lief problemlos.

Meine bootfähige SD-Card mit den Daten der Rekonstruktions-DVD war übrigens eine Pleite. Es wurde beharrlich das Einlegen der DVD verlangt. Für Uninformierte sei angefügt, der eeePC hat kein optisches Laufwerk. Irgendwas muss bei der Erstellung der SD-Card schief gelaufen sein.

Veröffentlicht am 16. Juli 2010 um 20:57 von Dietmar Liste · Permalink · Kommentieren
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Kreta – Ende einer wunderbaren Freundschaft?

Der kretische Stuhl, passend zur kretischen Küche
Der kretische Stuhl, passend zur kretischen Küche

Wenn jemand erzählte, er mache seinen Urlaub schon seit Jahren im selben Hotel, konnte er mit einem spöttischen Lächeln rechnen. Nach sieben Jahren Urlaub in Kreta wird es Zeit, über sich selbst zu lästern. Was hat uns eigentlich immer wieder auf die Insel gelockt?

Die Bilder von Freunden machten aufmerksam. Die Drehorte des Films Alexis Zorbas waren auch von Interesse. Entscheidend war aber die Beschreibung eines acht Kilometer langen Strands.

Für rund tausend Euro/zwei Personen war die Reise schnell gebucht.

Die erste Annäherung dann ein zweistündiger Bustransfer vom Flughafen zum Hotel. Die angesteuerten Hotels ließen die Angst aufkommen, verbucht zu haben. Als es kein Erbarmen mehr gab, waren wir am Ziel. Um zwei Uhr nachts begrüßte uns Vardis, der Besitzer der gebuchten Appartementanlage, sehr herzlich. Der erste Eindruck ließ hoffen.

Wie frisch Verliebte waren wir blind. Uns gefiel alles, sogar die griechische Küche. Doch zunächst sollte das begeistern, was auf dem Programm stand. Am wunderbaren Strand fanden wir eine Canteen, die an Jugendträume erinnerte. Schulfreunde hatten in den Sechzigern von ihren Griechenlandreisen berichtet. Nun konnten wir nachempfinden, denn rechts und links waren nur Dünen zu sehen, die Hotels hielten gebührenden Abstand.

Der erste Besuch einer Stadt relativierte, denn sie bestand aus bemitleidenswerten Betonungetümen, ein Haus hässlicher als das andere. Der Besuch von Chania und Rethymnon bestätigte schließlich, dass ansehnliche Architektur nur von Venezianern kam.

Nun sollte die 220 Kilometer lange Insel zeigen, was sie einzigartig macht. Es gab in Kretaforen ja genug Anleitungen, sich zu verlieben. Und so haben wir uns in sieben Jahren das herausgepickt, was empfohlen wurde: Die Westküste von Kissamos bis Elafonisi, die Imbrosschlucht, die Südküstenorte Paleochora, Chora Sfakion, Komitades, Frangokastello, Sellia, Plakias, Agia Galini, Klamaki, Pitsidia, Sivas, Matala. Bei einer Geburtagsfeier in Maroulas lernten wir Kretafreunde kennen, die Tipps gaben, Kreta mehr abzugewinnen. Im reizvollen Vamos und im weit entfernten Agios Nikolaos machten wir Gegenbesuche, die uns zeigten, wie wichtig es ist, gute Tavernen zu kennen und zu bestellen, was in bester Erinnerung bleibt.

Für 2010 hatten wir nur noch zwei Ausflüge geplant, ein Lagune im Westen, verbunden mit einer Bootsfahrt. Dann sollte noch eine Schlucht in der Mitte der Insel angegangen werden – nach dem Verzehr einer Forelle aus kretischer Zucht. Auf beides haben wir – wahrscheinlich aus gutem Grund – verzichtet. Und so hatten wir Zeit, zweimal eine Freundin zu besuchen, die mit ihrem griechischen Mann und drei Jungs eine Taverne am Ausgang der Imbrosschlucht in Komitades betreibt und Zimmer vermietet.

Es blieb also viel Zeit, über Kreta nachzudenken und das Leben in Kreta zu beobachten. Von Krise war wenig zu spüren. Weniger Touristen gab es schon 2009. Die Alten leben wohl so gesund wie eh und je. Die Mittleren leben global und die Jungen werden immer dicker. Die in Studien nachgewiesene höchste Lebenserwartung ist Vergangenheit.

Da für uns das abendliche Essengehen zum Urlaub gehört wie das Schwimmen und Entdecken, enttäuscht uns Kreta von Jahr zu Jahr mehr. Die kochenden Mütter treten ab, die Kinder können nur noch Pommes, Grillfleisch und Griechischen Salat. Natürlich gibt es immer noch Empfehlenswertes. Auf Entdeckungstour wird das Vorurteil aber allzuoft bestätigt.

Kreta wird es schwer haben, uns noch einmal zu verführen.

Nikos Kazantzakis:
Ich erhoffe nichts.
Ich fürchte nichts.
Ich bin frei.

Veröffentlicht am 4. Juli 2010 um 22:10 von Dietmar Liste · Permalink · 6 Kommentare
In: Aktuell · Schlagworte: ,

eBooks / epub selbst gemacht

bei Amazon ansehen/informieren/kaufen
Sony PRS-300 Pocket Edition silver

Mit ein bisschen HTML und einem freien Script kann man aus einfachen Texten schnell bessere eBooks im Format epub machen. Jedes Kapitel bekommt eine eigene HTML Datei. Das Inhaltsverzeichnis wird mit zwei extra Dateien erzeugt, die alles zusammenfassen. Dabei lassen sich auch Unterkapitel erstellen.

Nach Fertigstellung der Textseiten¹), Abbildungen und der beiden Inhaltsverzeichnis-Dateien¹) werden die hier aufgeführten Ordner und Dateien gezippt. Mit der Umbenennung der Endung .zip in .epub ist das eBook fertig. Somit kann man jedes ungeschützte eBook für Änderungen ggf. auch auseinandernehmen.

Mit dem Sony PRS-300 Pocket Edition für weit unter 200 € hat man nun die Texte in der Hand. Das 12,5 cm-Display (7,5 x 10 cm / 600 x 800 px) ist zwar klein, aber eInk-brillant. Für unterwegs dürfte die Größe des Geräts ideal sein. Nach langem Zögern bei der Entscheidung für einen eBook-Reader habe ich mir das Teil, das ePub, BBeB Book, TXT, RTF, PDF und Word (wird in RTF konvertiert) lesen kann, nun zugelegt und bin hochzufrieden.

Übrigens: es gibt kein MP3, keinen Cardslot und kein UMTS bzw. WLAN – nur USB; der Speicher ist 512 MB groß (440 MB netto) und reicht für über 300 Bücher (Hesse’s Siddhartha ist zum Beispiel 227 KB groß).

¹) mit Zeichenkodierung UTF-8 speichern

Veröffentlicht am 27. Juni 2010 um 20:09 von Dietmar Liste · Permalink · 3 Kommentare
In: Software

Die nächste Ölkrise kommt …

In der zweiten Ölkrise (1979/80) entwickelte die Firma Klingenberg Keramik eine Ofenkachel für den Selbstbau von Warmluft-Kachelöfen. Die Kacheln wurden mit feuerfestem Mörtel verbunden und mussten nicht mehr geklammert und ausschamottiert werden. Das Formen- und Farbenangebot erlaubte eine individuelle Ofengestaltung. Die erforderlichen Funktionsteile wie Heizeinsatz, Nachheizkasten und Türen wurden ebenfalls von Klingenberg Keramik geliefert.

Das Handbuch »Warmluft-Kachelofen – Moderne Selbstbau-Technik« sollte von einem Ofensetzer geschrieben werden. Da sich niemand finden ließ, übernahm ich die Aufgabe, denn ich war zu dieser Zeit Werbeberater des Unternehmens und hatte schließlich mal Setzer gelernt, wenn auch Schriftsetzer. Ich studierte für den physikalischen Bereich zunächst die Ausbildungsliteratur für den Ofensetzerberuf in der DDR, in der der Warmluftofen die Standardheizung war. Danach konstruierte ich mit dem neuen Material unterschiedliche Ofentypen, die ich von Selbstbauern setzen ließ und fotografierte. Jeder Ofen erfüllte die Anforderungen bezüglich der Strahlungs- und Strömungswärme. Das heißt, die Züge waren so gestaltet, dass die Wärme ruhig aufsteigen konnte, die Kacheln heizte und den Raum erwärmte.

Das Handbuch wurde für 80 DM gut verkauft, die Auflage von 3000 Stück war nach einem Jahr vergriffen. Der technische Teil wurde nachgedruckt und mit Kacheln und Zubehör verteilt. Später habe ich eine PDF-Datei daraus gemacht, die über das Internet für 10 € gegen Vorkasse verkauft werden. Bis heute sind die zu erwartenden Einwände des Ofensetzer-Handwerks ausgeblieben. Als Fan des eBooks habe ich das Handbuch nun im Format epub umgesetzt.

Ich halte die Renaissance des Kachelofens nicht für ausgeschlossen, zumal das Einrichtungsideal sich kaum verändert hat. Die Heizeinsätze werden heute den Umweltanforderungen gerecht werden. Und der Schornsteinfeger hat mit seiner Abnahme nach wie vor das erste (Schornstein) und das letzte Wort (Brandschutz).

Warmluft-Kachelofen – Moderne Selbstbau-Technik

Konzeption, Text, Zeichnungen und Fotos: Dietmar Liste

33 Schwarzweißfotos (Setzanleitung)
6 Farbfotos (gesetzte Öfen / Beispiele)
71 Zeichnungen

Inhalt:

  1. Startseite
  2. Einleitung
  3. Projektierungsbeispiele
    • Beispiel 1
    • Beispiel 2
    • Beispiel 3
    • Beispiel 4
    • Beispiel 5
    • Beispiel 6
  4. Selbstbau
  5. Kachelofenwärme
    • Strahlungswärme
    • Strömungswärme
    • Schwerkraftprinzip
    • Grundofen
    • Warmluftofen
  6. Konstruktion
  7. Schornstein
  8. Baumaßnahmen
  9. Brandschutz
  10. Wärmebedarf
  11. Ofengestaltung
  12. Projektierung
  13. Checkliste
  14. Kompaktkachel
  15. Formteile
  16. Thermomörtel
  17. Boden und Wände
  18. Sockel
  19. Heizeinsatz
  20. Handwerkszeug
  21. Setzen
  22. Setzanleitung
Veröffentlicht am 17. Juni 2010 um 18:30 von Dietmar Liste · Permalink · Kommentieren
In: Aktuell · Schlagworte: , , ,

Mit links / Links glänzen

Jeder Link ist Identifikation. Und die kann viele Ursachen haben. Die Psychologie kennt sogar eine negative Identifikation. Das Auseinandersetzen mit einem Thema, einem Objekt oder einer Person ist also Identifikation. Dieses Gleichsein und Gleichsetzen mit links / Links ist auch ein beliebtes Mittel zur Gewinnung von Ansehen. Dem Linkenden wird mitgeteilt, wie intelligent, wie belesen, wie schnell man ist. Man muss dabei nicht viel denken, man lässt einfach andere für sich schreiben. Es reicht schon, den Inhalt verstanden zu haben. Und wenn das nicht der Fall ist, hat man es ja nur verlinkt.

Veröffentlicht am 5. Juni 2010 um 08:00 von Dietmar Liste · Permalink · Kommentieren
In: Standpunkte · Schlagworte: ,

Foto des Vortages



2.6.2010, Hauswand Winsstraße / Prenzlauer Berg (Polaroids von Borgmanns Theo)

Veröffentlicht am 3. Juni 2010 um 13:10 von Dietmar Liste · Permalink · Kommentieren
In: Aktuell

Ob-La-Di, Ob-La-Da

Nach dem Kauf des Medion Mobile Web-Stick S4011 bei Aldi (49,95 ohne SimCard) erst mal Suche nach *simlockfrei*. Die Website löst das Rätsel: OHNE SIMLOCK! Also weiter:
HSDPA bis zu 3,6 Mbit/sec*
UMTS bis zu 384 Kbit/sec
GSM/GPRS/EDGE bis zu 236,8 Kbit/sec
SMS Versand und Empfang
*) soweit im Mobilfunktarif verfügbar

Alles andere Schmuß, dann *Mobiles Internet mit Aldi Talk in drei Schritten … was zunächst nicht interessiert.
1) Starter-Set (Sim-Karte, Telefon-Nummer, 10,00 Startguthaben)
2) Registrierung (Telefon, Fax oder Internet)
3) Guthaben 15,00 oder 30,00 (in jeder Aldi-Filiale)

Dazu Info aus der o.g. Website (am 1.6.2010): Flatrate 24 Std. = 1,99 im E-Plus-Netz (Anmerkung: das nicht so gut verbreitet ist wie das von T-Mobile und Vodaphone). Da ich mit Simyo im E-Plus-Netz telefoniere, weiß ich, was mich erwarten würde. Auch das interessiert zunächst nicht, da der Stick für einen Auslandseinsatz angeschafft wurde. Vodaphone Griechenland verkauft eine 10-Tage-Flatrate für 19,00 (Tipp von Mario Teetzen).

Also: Packung öffnen.
Lieferumfang: Stick* mit SimCard-Halter und Slot für microSD, Verlängerungskabel=Antenne und Anleitung (Web-Stick für Windows**)
*) Hersteller Huawei Technologies Co. Ltd.
**) Info auf Packung: Windows …/Mac OS ab 10.4

Installation im Asus eeePC/Windows 7: erfolgreich (ohne SimCard)

Nun der simlockfrei-Test mit einer vorhandenen O2-SimCard:
funktioniert einwandfrei (Ob-La-Di, Ob-La-Da = es kommt wie es kommt, nigerianischer *Weisheit*)

Veröffentlicht am 1. Juni 2010 um 17:56 von Dietmar Liste · Permalink · Kommentieren
In: Aktuell · Schlagworte: , , ,